DSM-Kolumne: Die Digitalisierung wird zum „tipping point“ institutioneller Innovation

Smarte Städte, Regionen und ländliche Räume sind eine gesellschaftliche Herausforderung!

Digitalisierung und Big Data suggerieren eine schöne neue Welt der technologischen Innovationen. Diese Perspektive prägt das Bild der meisten, die sich mit Smart Cities beschäftigen. Und es ist nicht falsch, aber unvollständig. Es geht um Werte, Zusammenarbeit, Offenheit und den Dialog zwischen Wissenschaft, Wirtschaft, Zivilgesellschaft und Verwaltung, um zukunftsfähige Lösungen zu gestalten.

„Digitalisierungsstrategien“ auf allen Ebenen und in allen Sektoren soweit das Auge reicht, aber die Digitalisierung als Technologie ist nie Zweck, sondern immer nur Mittel. Eine smarte Stadt ist inklusiv und dient den Menschen. Eine smarte Stadt ist eine vernetzte und integrierte Stadt. Sie verbindet technologische, soziale und institutionelle Innovation in einem ganzheitlichen und systemischen Ansatz.

Blicken wir bei der Frage technologischer Innovation auf eine lange Tradition zurück, so beginnen wir erst in den letzten Jahren die Verbindungslinien mit sozialer und zivilgesellschaftlicher Innovation zu begreifen und zusammen zu denken. Die institutionelle Innovation fehlt bisher fast völlig.

Viele große und ehrwürdige Organisationen vernachlässigen ihre institutionellen Innovationen, entscheidend für eine gelingende Gestaltung der Zukunft, und sonnen sich weiter in einer „splendid isolation“ und der althergebrachten Tradition der Trennung sowie im Silo- und Sektorendenken. Überwunden ist dies bislang meist nur in den Sonntags- und Antrittsreden.

Die Digitalisierung wird zum Treiber und somit zur Chance für die innovative und strategische Weiterentwicklung von Organisationen und der Steuerung ihrer Aufgaben. Dies aber nur, wenn es gelingt, nicht nur das Vorhandene künftig digital zu machen, sondern neu zu gestalten, in dem Technologie und Themen zusammen in einem „Co-Creation-Prozess“ neue Möglichkeiten eröffnen. Auch die digitale und analoge Welt müssen neu aufeinander bezogen werden. Es geht nicht nur um Technik, sondern immer auch um Emotionen, Identität, Heimat und Haltung.

Die Strategiemanufaktur hat aus der Analyse ihrer Smart City-Projekte nicht nur einen spezifischen Analyseansatz für Ansatzpunkte einer gelingenden Weiterentwicklung von Organisationen entwickelt, sondern auch Instrumente für die künftige Arbeitsweise und den Aufbau von Organisationen im digital-analogen Zeitalter. Letztlich geht es um die Frage wie integrierte und sektorenübergreifende Lösungen künftig gedacht und gestaltet werden.

Es geht um:

  • die ehrliche Analyse des Ist-Zustands – „face reality“,
  • die Identifikation der Herausforderungen und Handlungsfelder,
  • die Definition von Kooperationsmustern und Kooperationskompetenz nach innen und außen,
  • den Transfer, das Nachjustieren und Öffnung der Organisationsstrukturen ohne die eigene Identität dadurch zu verlieren,
  • die Schaffung von sektorübergreifenden „Ökosystemen“ und Akteursnetzwerken,
  • die Gestaltung von „Experimentierräumen“,Laboratorien in den verschiedensten Formen, und ein „Prototyping“ für neue Routinen,
  • eine neue Haltung der Kooperation, die auf den Dimensionen Offenheit, Vertrauen, Respekt und Verantwortung basiert.

Das ist eine spannende Aufgabe, die nur gemeinsam zu lösen ist: im Dialog!

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