Die Zukunft der Evangelischen Akademien ist offen. Sie haben eine große Tradition, aber sie sind in die Jahre gekommen. Was macht sie heute attraktiv, nachdem andere ihre Erfolgsfaktoren (z.B. neutrale Plattform für gesellschaftlich brisante Themen, Reflektionsraum und Radar des Wandels) kopiert und teilweise optimiert haben?
Wenn die Akademien auch in Zukunft relevant bleiben wollen, müssen sie sich aus der Zukunft denken ohne ihre Traditionen und theologischen Wurzeln zu vergessen. Denn sie müssen für die nächste Generation unserer Führungseliten interessant bleiben, ja wieder interessanter werden, um nicht mit dem Erreichen der erweiterten Altersgrenze in den verdienten Ruhestand geschickt zu werden und wie viele Pensionäre entweder eine Sinnkrise zu erleiden oder schöne „Studiosus-Reisen“ zu längst Bekannten zu unternehmen.
In einem Projekt diskutierten Vertreter der Evangelischen Kirchen in Hessen und Nassau sowie Kurhessen-Waldeck mit Vertretern der Strategiemanufaktur und Studenten der Zeppelin Universität, Friedrichshafen, in einem generationenübergreifenden Dialog. Im Zentrum stand eine Diskussion um den Kern der Akademien, denn wir wollten wissen: „Was ist die Frage, auf die die Evangelischen Akademien künftig eine Antwort geben“ wollen.
12 Kommentare aus der Diskussion:
- Bekanntheitsgrad: Allen Studenten waren die Evangelischen Akademien vor der Einladung kein Begriff (Mehrzahl Studienstiftler)! Eine Nachhaltige Ansprache junger Eliten fehlt.
- Internet: Internet-Auftritte zu schwach. Internet-Auftritt mit hoher Aktualität ist zentral für die Wahrnehmung, er soll funktional, freundlich und modern wirken.
- Mehrwert: Der Mehrwert der Evangelischen Akademien im Vergleich mit anderen/ähnlichen Angeboten (z.B. an der eigenen Universität oder Angeboten der Studienstiftung) nicht deutlich.
- Lage: Dezentrale Lage ist eher ein Nachteil (schwere Erreichbarkeit).
- Nutzen: Hohe Nutzenorientierung der Studenten – Was bringt mir meine Teilnahme?
- Dauer: Kurze Veranstaltungen sind attraktiver als lange Angebote.
- Attraktivität: Anders als Berlin sind die Akademien nicht „sexy“ (ein „Young Leaders of Tomorrow-Touch“ fehlt)
- Vernetzung der Generationen: Interessant wären Angebote mit generationenübergreifenden Teilnehmern, da ein großer Bedarf besteht von den Erfahrungen Älterer zu profitieren und so Orientierung zu erhalten sowie die Netzwerkbildung zu fördern.
- Engagement: Bereitschaft der Studenten sich in das Programm selbst einzubringen, z.B. bei Schülerformaten (Hofgeismar), um die Studienerfahrungen weiterzugeben (ein am Ende gegebenes entsprechendes Commitment wurde seitens der Kirchen bislang nicht abgerufen)
- Werte: Die Werte (Freiheit, Offenheit, etc.) der Akademien sind attraktiv, kommen aber nicht ausreichend bei der Zielgruppe an
- Kooperationen: Mehr Kooperationen mit z.B. Medien (z.B. Die Zeit, FAZ, etc.)
- Zukunftsthemen: Dialogformat (Radar-Format: Topic of Tomorrow) mit Studenten als „Themenscouts“ gründen
7 Strategische Architekturempfehlungen
- Die Evangelischen Akademien NEU-THEOLOGISIEREN
- Die Evangelischen Akademien NEU-FOKUSSIEREN
- Die Evangelischen Akademien NEU-VERNETZEN
- Die Evangelischen Akademien NEU-FORMATIEREN
- Die Evangelischen Akademien als DIALOG-ORT zwischen Eliten und Generationen
- Die Evangelischen Akademien als KNOTENPUNKT zwischen virtuellem und analogen Diskurs
- Die Evangelischen Akademien als GESTALTER VON ÜBERGÄNGEN