Trans-Kompetenzen oder das Ende der Silomentalität – Rückblick auf den Kongress Moderner Staat 2010

Der Kongress Moderner Staat, der Ende Oktober 2010 in Berlin stattfand, versteht sich als Ideengeber für die öffentliche Verwaltung. Ein zentraler Teil des Programms beschäftigte sich mit der Transformation der Verwaltung. Die Strategiemanufaktur war eingeladen, ihr Konzept der Trans-Kompetenzen vorzustellen.

Welche Kompetenzen braucht die Verwaltung?

Stuttgart 21 – Castor-Transporte – Integrationspolitik und Diversity – Stuxnet-Attacken – Klimaschutz – Globalisierung …

Was kennzeichnet die Herausforderungen der Verwaltungen und welche Kompetenzen brauchen sie oder andere Organisationen in der Zukunft, um diese Herausforderungen zu bewältigen? Welche Kompetenzen sind für die Arbeit in gegenseitiger Abhängigkeiten und Netzwerken notwendig und wie sehen hierin zukunftsfähige Organisationen aus?

Dies waren  Ausgangsfragen des Panels. Die Antwort hierauf liegt nur bedingt in einer weiteren routinemäßigen Ausdifferenzierung der Fachkompetenzen. Woran es jedoch mangelt ist der Auf- bzw. Ausbau von Kooperations- und Zwischenkompetenz. Denn auffallend ist die Diskrepanz zwischen der langjährigen Analyse einer permanenten Zunahme der Vernetzung (z.B. durch das Internet, die Globalisierung oder den Klimawandel) einerseits und dem faktisch weiterhin weitgehend unverbundenen Denken und Arbeiten innerhalb der jeweiligen Silos und Systeme. Es herrscht nach wie vor der Modus der Trennung nicht der Integration.

Die Strategiemanufaktur erläuterte auf dem Kongress Moderner Staat ihr Konzept der Trans-Kompetenzen als eine Antwort auf die Anforderung von mehr Kooperation und das Arbeiten in Netzwerken. Es bietet eine Möglichkeit Kooperationskompetenz systematisch zu auf- und auszubauen. Es konzentriert sich dabei auf Kompetenzen mit Brückenfunktionen – Trans-Kompetenzen – als den Kern einer strategie- und zukunftsfähigen Organisationskultur.

Die Transkompetenzen befähigen zur flexiblen Gestaltung von Schnittstellen und einem aktiven Grenzmanagement. Grenzmanagement in Kooperationen und Netzwerken meint im ersten Schritt das Erkennen von Grenzen und im zweiten Schritt deren konstruktive Nutzung bzw. Gestaltung mit Blick auf das jeweilige Ziel.

Baupläne zukunftsfähiger Organisationen

Der Weg zu mehr Kooperationsfähigkeit von Personen und Organisationen führt über die Öffnung der bisherigen Silovernunft zur Nutzung des Ansatzes der transversalen Vernunft. Er schafft neue Gestaltungsoptionen für Übergänge zwischen Organisationen und deren Kooperationen (working across silos and systems).

Mit dem Konzept der Trans-Kompetenzen der Strategiemanufaktur bietet sich für Entscheider und Führungskräfte ein neuen Blick auf ihre eigene Organisation sowie deren Positionierung zu externen Kooperationspartnern und dem Umfeld. Diese transversale Betrachtungsweise bietet eine neue mentale Grundlage für die Steuerung hybrider (gemischter) Organisationsstrukturen wie z.B. Public Private Partnerships oder die effektive Gestaltung der Ko-Produktion öffentlicher Güter zwischen Staat und Gesellschaft.

Das Konzept der Trans-Kompetenzen ist somit ein Analyse-Instrument für die Bewertung des Grads der Strategiefähigkeit und der Zukunftsorientierung der Organisation. Die Analyse berücksichtigt fünf Dimensionen.

Die Transversalität, diese Dimension ermittelt, welche Haltung die Entscheider, Führungskräfte und Mitarbeiter der Organisation steuert. Welche mentalen Grundannahmen liegen den Entscheidungen zu Grunde (z.B. Selbstverständnis von Juristen, Ingenieuren oder Betriebswirten von anderen Berufsgruppen).

Die Transkulturalität, diese Dimension ermittelt den Grad der Kompetenz verschiedene Kulturen miteinander zu verbinden und integrative Lösungen zu organisieren.

Die Transtemporalität, diese Dimension ermittelt den Grad der Einbeziehung des Faktors Zeit in die strategische Steuerung der Organisation, in die Gestaltung von Förderprogrammen oder die Entwicklung von Produkten

Die Transsektoralität, diese Dimension ermittelt den Grad der Steuerungskompetenz der Verwaltung bzw. Organisation in Kooperationen mit anderen Sektoren wie Unternehmen (private-sector) NGO’s (non-profit-sector) und der Gesellschaft.

Die Transterritorialität, diese Dimension ermittelt die Kompetenz die Dimension des Raums in verschiedener Ausprägung zu berücksichtigen (z.B. Standortwettbewerb von Verwaltungen, Datenschutz im Internet)

Für weitere Auskünfte stehen wir Ihnen jederzeit gerne zur Verfügung.